Arbeitsprogramm

Hier findet Ihr unser Arbeitsprogramm als PDF-Datei oder ihr könnt es einfach unten lesen.

 


 

Bezirksarbeitsprogramm 2016

„Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es!“ (Erich Kästner, „Moral“)

 

Wir Jusos im Bezirk Nord-Niedersachsen stehen wie der Bundesverband für die Grundwerte des demokratischen Sozialismus ein. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind Werte, für die wir streiten wollen. Ebenso sind wir ein sozialistischer, antifaschistischer, feministischer und internationalistischer Richtungsverband innerhalb des SPD-Bezirks Nord-Niedersachsen. Wir wollen unsere Arbeit im Jahr 2016 zukunftsorientiert ausrichten und dafür Sorge tragen, dass der Bezirk - wie auch seine Unterbezirke und Kreisverbände - die Möglichkeit haben, mit gegebenen Ressourcen nicht nur anständig zu arbeiten, sondern auch zu wachsen.

Hier verstehen wir keinen Spaß! - Sexismus im Alltag bekämpfen

Frauen erfahren nicht nur am Arbeitsplatz Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts, denn Sexismus ist leider auch im alltäglichen Leben ein fest etabliertes Problem. Stellt man sich klar gegen offen oder latent sexistisches Verhalten und nennt es beim Namen, so erntet die jeweilige Person häufig Hohn und Spott oder wird mit Kommentaren wie „Das war doch nur Spaß!“ oder „Stell dich mal nicht so an!“ abgespeist. Wir kriegen hier das kalte Kotzen! Frauen sind weder Sexobjekte, noch dürfen sie auf ihr Äußeres reduziert oder in ihren Kompetenzen aufgrund ihres Geschlechts schlechter bewertet werden. Ob in der Sprache, der Werbung oder im öffentlichen Leben, die Diskriminierung von Frauen ist immer noch gesellschaftsfähig und zeugt von einer in vielen Bereichen immer noch männlich dominierten Lebenswelt. Unser Selbstverständnis als feministischer Richtungsverband verpflichtet uns, feministische Themen im Sinne des „lila Fadens“ in die Verbandsarbeit zu integrieren. Gleichstellungspolitische Fragestellungen und Inhalte sollen deshalb bei allen Projekten und Seminaren berücksichtigt werden.

Wir wollen uns darüber hinaus aktiv in die vom Bundesverband geplanten Programme zur Förderung junger Frauen einbringen und deren Mehrwert in unseren Bezirk hineintragen.

 

Wir möchten sicherstellen, dass jedes Mitglied in unserem Verband seine Geschlechtsidentität frei ausleben darf. Jedem Unverständniss gegenüber dieser persönlichen Entscheidung gegenüber einem unserer Mitmenschen und oder Mitgliedern treten wir entschlossen entgegen. Um ein deutliches Zeichen zu setzen, werden wir alle öffentlichen Waschräume und Toiletten auf Sitzungen, Seminaren und Konferenzen mit einem Trans*Inter*gender weiblich* und Trans*Inter*männlich Schild auszeichnen. Diese Kennzeichnungen gibt es bereits in neugebauten Einrichtungen vielerorts und wir möchten, allem Denken in den Kategorien “nur männlich/ nur weiblich” widerstrebend, diesem Weg folgen. Wir hoffen, dass die meisten (externen) Veranstaltungsorte diese zusätzliche Kennzeichnung akzeptieren werden. Des Weiteren wollen wir in nochmals darüber diskutieren in welcher Form wir gendern möchten.

Bildungsarbeit

Die Bildungsarbeit in Form von Seminaren bleibt auch für das Jahr 2016 einer der Arbeitsschwerpunkte des Bezirksvorstandes. Wir haben für dieses Jahr folgende Seminare geplant:

Jugend in der Politik

Sozialpolitik im Wandel

Veränderung der Wirtschaft und Gesellschaft

Internationale Solidarität im 21. Jahrhundert

 

Beim Seminar “Jugend in der Politik” wollen wir besonders AnfängerInnen in der Politik typisches Handwerkzeug an die Hand geben, wie z.B das Schreiben von Pressemitteilungen und von Anträgen. Dabei wollen wir dieses Jahr auch explizit den Schwerpunkt auf den Grundpfeiler Feminismus legen.

 

Im Seminar “Sozialpolitik im Wandel” wollen wir uns mit den aktuellen Veränderungen in der Sozialpolitik auseinandersetzen. Im Fokus soll der Wandel hin zur privaten Absicherung stehen. Dazu wollen wir alternative Konzepte der Sozialpolitik diskutieren.

 

Unter dem Oberthema “Veränderung der Wirtschaft und Gesellschaft” wollen wir uns mit aktuellen Veränderungen in der Gesellschaft beschäftigen und welche Auswirkungen diese Prozesse auf die Wirtschaft haben können. Dabei wird es bei diesem Seminar unter anderem, um moderne Familienmodelle und Lebensmodelle gehen, aber auch die Themen Digitalisierung und Energiewende werden eine Rolle spielen. Auch die aktuelle Migrationsbewegung soll thematisiert werden.

 

Das Seminar “Internationale Solidarität im 21. Jahrhundert” soll sich grundlegend mit den aktuellen internationalen Krisen beschäftigen. Wir wollen uns dazu mit Ursachen und möglichen Lösungen beschäftigen, die nicht immer nur von Regierungsmitgliedern kommen müssen. Dabei soll auch ein Schwerpunkt darauf liegen, wie wir mit den Opfern dieser Krisen derzeit umgehen und in Zukunft angehen sollten.

 

Bei allen Seminaren soll der sogenannte “lila Faden”eine Rolle spielen. Dies bedeutet, dass wir bei allen unseren Seminaren gleichstellungspolitische Fragestellungen und Inhalte behandeln werden. Dazu verpflichtet uns unser Selbstverständnis als feministischer Verband.

 

Auch in diesem Jahr sollen die TeilnehmerInnen an unseren Seminaren einen Seminarreader erhalten. Im Seminarreader sollen sich alle verwendeten Materialien für das Seminar befinden sowie die beim Seminar entstandenen Ergebnisse. Die Seminarreader wollen wir allen GenossInnen im Bezirk bereitstellen.

 

Wie schon im letzten Arbeitsprogramm beschrieben, aber leider bisher nicht eingeführt, wollen wir ein Seminarpool einrichten. In diesen Seminarpool wollen wir anderen Gliederungen im Bezirk Nord-Niedersachsen fertige Seminare zur Verfügung stellen mit allen dazu gehörigen Materialien. Dabei dürfen und sollen auch andere Gliederungen Seminare zum Seminarpool hinzufügen. Zum Seminarpool sollen auch Gruppenspiele gehören.

 

Weiterhin möchten wir eine Vielzahl an Methoden in unsere Vorträge und Seminare mit einbeziehen. Von den positiven Rückmeldungen über das Planspiel beim Seminar “Jugend in der Kommunalpolitik” sowie abendfüllenden Aktivitäten wie das Spiel “Revolution in Bananien”, schließen wir darauf, dass sich besonderer Einsatz für größere Programmpunkte sich für Wochenendseminare lohnen. Des Weiteren werden wir auch dieses Jahr im Vorlauf zu den anstehenden Seminaren eine Umfrage mit Themenwünschen in der Jusos NN Facebook Gruppe einstellen. An dieser Umfrage dürfen sich gerne auch diejenigen Interessessierten beteilligen, die leider nicht zum Seminartermin kommen können.

Kommunalwahl 2016

Dieses Jahr steht im September die Kommunalwahl an, wobei viele GenossInnen sich zur Wahl stellen werden. Da aber leider vieler Orts die Aufstellung von KandidatInnen, besonders wenn es darum geht junge Leute vorne auf die Liste zu bekommen, zur Schwierigkeiten führen kann, wollen wir die Möglichkeit zur frühzeitigen Vernetzung bieten.

 

Innerhalb dieser Vernetzung können sich die KandidatInnen über die Listenaufstellungen austauschen und sich bei Problemen gegenseitig unterstützen. In der heißen Wahlkampfphase soll die Vernetzung auch dazu dienen, coole Aktions- und Veranstaltungsideen untereinander auszutauschen.

 

Das Angebot zur Vernetzung der KandidatInnen zur Kommunalwahl wollen wir so niederschwellig wie möglich gestalten und darauf achten, dass es für die KandidatInnen nicht zu einer zusätzlich Belastung führt und sie sich auf den Wahlkampf konzentrieren können.

 

Als Bezirksvorstand wollen wir das Angebot machen, KandidatInnen vor Ort bei Aktionen und Veranstaltung zu unterstützen. Wenn Bedarf an zusätzliches Personal besteht, werden wir euch so gut wie es geht Unterstützung zukommen lassen. Wir unterstützen euch auch gerne bei der Planung von Aktionen und Veranstaltungen.

Mitglieder gewinnen

Der Juso Bezirk Nord-Niedersachsen hat in den letzten Jahren massiv an Mitgliedern verloren. Vielfach waren nicht Austritte der Grund, sondern das Überschreiten der Altersgrenze von 35 Jahren bei vielen GenossInnen.

Dies hat für die einzelnen Unterbezirke/Kreisverbände unterschiedliche Folgen. Manche Unterbezirke/Kreisverbände können nur noch schwer die Jusoarbeit aufrecht halten. Dieses Problem betrifft den gesamten Bezirk. Daher wollen wir als Bezirksvorstand gegen diesen Trend arbeiten und versuchen gemeinsam mit den Gliederungen im Bezirk Lösungen zu finden.

 

Die Gewinnung von Mitgliedern ist am effektivsten vor Ort in den Unterbezirken und Kreisverbänden. Daher wollen wir explizit die schwächeren Verbände unterstützen. Dabei wollen wir gemeinsam mit euch verschiedene Lösungsansätze besprechen, wie z.B. Kooperationen stärkere Vernetzung, Nachwuchsprojekte, Freizeitangebote und ähnliches. Auch der Kommunalwahlkampf wird hierbei eine Rolle spielen. Schlussendlich wird es uns nur gemeinsam gelingen den Verband bezirksweit zukunftsweisend aufzustellen. 

Öffentlichkeitsarbeit

Auch in diesem Jahr wollen wir wieder alle unserer Mitglieder mit einem Newsletter über die Arbeit des Juso-Bezirksvorstandes informieren. Der Newsletter soll wieder regelmäßig erscheinen und dazu zusätzlich auch auf der Homepage verfügbar sein. Die UBs und KVs können gerne weiterhin Inhalte (wie z.B. Berichte von Aktionen, Termine und Wortbeiträge) für den Newsletter liefern, wozu wir sie auch aufrufen.

 

Unsere Facebook-Seite soll noch stärker als bisher in den Fokus der Öffentlichkeitsarbeit rücken. Dabei soll es darum gehen, mehr eigene Inhalte zu erstellen und die guten Einträge der UBs und KVs sowie von der Landes- und Bundesebene zeitnah zu teilen. Zudem sollen auch die Einladungen zu den Seminaren weiterhin über Facebook verteilt werden.

 

Ergänzend zu der Facebook-Seite steht unsere Homepage auf der Renovierungsliste. Die Inhalte für die Homepage müssen ausgebaut werden und einen umfangreichen Überblick über den Bezirk und seiner Arbeit geben. Besonders die Informationen zu unseren Seminaren müssen im Mittelpunkt der Homepage stehen.


Der Bezirksvorstand wird, in direkter Konkurrenz zu Genosse Karton, einen Twitter, Pinterest sowie Snapchat Account aufbauen, um bundesweit bekannt und unterstützt zu werden, sowie sich endgültig vom Steinzeitmedium des Gesichtsbuches abzusplittern. Dieses muss zeitnah geschehen, damit zum Frauenkampftag, spätestens aber am ersten Mai das Proletariat erreicht werden kann, um die sozialistische Weltrevolution in unserem Sinne voranzubringen. Auf das der demokratische Sozialismus den Menschen Frieden, Wohlstand und Glückseligkeit bringt.

Refugees welcome – Flucht und Migration

Die aktuellen Flucht- und Migrationsbewegungen auf der Welt sehen wir Jusos als Herausforderung, aber auch als Chance. Mittlerweile sind auch in den 6 Landkreisen unseres Bezirkes hunderte Flüchtlinge angekommen, die nun schnellstmöglich integriert werden müssen. Wir fordern darum mehr finanzielle Unterstützung für die Kommunen, Sprachkurse als Schlüssel zur Integration und einen schnellen, unkomplizierten Zugang zum Arbeitsmarkt. Außerdem streben wir eine solidarische Verteilung auf europäischer Ebene an, um einzelne Länder zu entlasten.

 

Wir werden uns wo es nur geht gegen Obergrenzen und weitere Verschärfungen des Asylrechts einsetzen. Die SPD lässt sich auf Bundesebene derzeit von der Union, aber auch von AfD und Pegida treiben und zeigt wenig Haltung. Damit muss endlich Schluss sein! Wir Jusos werden unsere Kritik in Zukunft noch lauter und deutlicher äußern, denn wir wünschen uns eine menschenwürdige Asylpolitik und stehen an der Seite der Geflüchteten.

 

Darum wollen wir auch wo es nur geht gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit aktiv werden. Egal ob im Netz oder auf der Straße, der Hass auf Flüchtlinge ist überall und erreicht nahezu täglich neue Dimensionen. Für uns sind Antirassismus und Antifaschismus jetzt wichtiger denn je, deswegen müssen wir in den nächsten Wochen und Monaten vermehrt aufklären, demonstrieren und lauten Protest äußern. Konkret planen wir, die sozialen Medien zur Aufklärung zu nutzen, um Vorurteile abzubauen und so den „besorgten BürgerInnen“ digital etwas entgegenzusetzen. Parallel dazu versuchen wir, wann immer möglich öffentlichkeitswirksam gegen die Stimmungsmache von AfD & Co. zu protestieren, gerade auch im Hinblick auf die anstehende Kommunalwahl. Des Weiteren wollen wir die aktuellen Flucht- und Migrationsbewegungen auch bei unseren Seminaren thematisieren. Denn Bildung ist die beste Aufklärung.